Haartransplantation (Eigenhaarverpflanzung)

Nach aktuellem Stand der Dinge stellt eine Haartransplantation für Haarausfall-Betroffene die einzige Möglichkeit dar, natürliche Haare zurück zu erhalten. Da weltweit unterschiedliche Methoden durchgeführt werden, sollen die neuesten und effektivsten Techniken an dieser Stelle zusammengefasst werden.

Strip-Technik ( Streifenmethode / FUT )

Die Haartransplantations-Technik FUT (Follicular Unit Haartransplantation), welche auch als Strip-Technik oder Streifenmethode bekannt ist, ist ein Verfahren, durch das mittels Entnahme eines Hautstreifens Spenderhaar für eine Eigenhaarverpflanzung gewonnen wird. Der Hautstreifen wird operativ aus dem sogenannten Haarkranz entfernt, der als sichere und dauerhaft gegen DHT resistente Zone bei Vorliegen einer androgenetischen Alopezie erhalten bleibt. Aus dem Hautstreifen werden im Anschluss die für die Haarverpflanzung benötigten Spender-Transplantate gewonnen.

In Vorbereitung auf die eigentliche FUT-Haartransplantation findet gewöhnlich eine feingewebliche Untersuchung (Kopfhautbiopsie) statt, diese gibt dem Haarchirurgen unter anderem Aufschluss über die Struktur und Anzahl der Haarfollikel, entzündliche Prozesse und auch die Hautbeschaffenheit, welche gegebenenfalls als Ursache für die Zerstörung von Haarfollikeln oder von Haarausfall infrage kommen können. Der Haarchirurg entnimmt dazu mittels eines Skalpells unter örtlicher Betäubung ein kleines Stück Kopfhaut einschließlich der Haarwurzeln, welches mikroskopisch und histologisch untersucht wird.

Menschliches Haar wächst in natürlichen Gruppierungen von je etwa 1 bis 4/5 Haarfollikeln (Follicular Units/follikuläre Einheiten). Nach operativer Entfernung des Hautstreifens, welcher über die benötigten Transplantate verfügt, muss das Gewebe seziert werden, um daraus Transplantate zum Einsetzen im Empfangsbereich gewinnen zu können. Es folgt die Vorbereitung des Empfangsbereiches, hierfür wird in der Regel die sogenannte Lateral-Slit-Methode angewendet. Diese ermöglicht es, Empfangskanäle entsprechend der natürlichen Ausrichtung von Haaren anzulegen. Darüber hinaus kann eine höhere Haardichte und demzufolge ein natürliches Erscheinungsbild erzielt werden. Anschließend werden alle extrahierten und zur Umverpflanzung gewonnenen Haarfollikel (Grafts) vorsichtig und präzise in die vorbereiteten Empfangsöffnungen eingesetzt.

Die operative Entfernung des Hautstreifens aus dem Haarkranzbereich des Patienten hinterlässt eine lineare Narbe, welche deutlich auszumachen ist. Dieser Umstand stellt für viele Patienten einen gravierenden Nachteil der FUT-Methode dar. Aufgrund der Narbe am Hinterkopf ist die Frisurenwahl sehr eingeschränkt, ein sicheres Kaschieren gelingt lediglich mit langem Deckhaar, was jedoch weder mehrheitlich auf Gefallen trifft, noch im Trend liegt.

FUE – Haartransplantation > Einzelhaar-Extraktion > OHNE Hautstreifenentnahme

Die FUE (Follicular Unit Exraction) bildet mit der Einzelhaarentnahme die neueste Alternative für eine Haartransplantation ohne lange, lineare Narbe im Spenderbereich (Haarkranz). Dieses Verfahren zur Eigenhaarverpflanzung benötigt kein Skalpell. Aufgrund der vielen Vorzüge, der ausgesprochen schonenden Durchführung und der exzellenten Resultate spricht man unterdessen weltweit von einer Haartransplantations-Technik nach „state-of-the-Art“. Die FUE-Methode (Follikulären Unit Extraction) erlaubt es, die benötigten Transplantate einzeln aus dem Spenderbereich (Haarkranz) zu gewinnen, hat sich als minimal invasive Methode bewährt und reduziert damit deutlich die Erholungszeit des Patienten. Es brauchen keine Hautschnitte vernäht zu werden und es entstehen keine langen Narben. Eine FUE-Haartransplantation hinterlässt lediglich Kleinstnarben im Mikrobereich, die jedoch binnen kurzer Zeit abheilen und danach optisch in aller Regel nicht mehr auszumachen sind.

Dr. John P. Cole’s neueste Entwicklungen zur Verbesserung der FUE-Methode für Haartransplantationen definieren einen erweiterten Standard für Haartransplantation-Instrumente. So war er auch persönlich beteiligt an der Entwicklung von Präzisionsinstrumenten, um seine eigene Methode CIT ® (Cole Isolation Technique) zu realisieren.

Die Patienten können können ihr tägliches Leben viel schneller wieder aufnehmen, als nach einer Haartransplantation mit anderen Methoden. Schärfste Instrumente (punches) ermöglichen ein exaktes und präzises Extrahieren der Transplantate (Follicular Units) aus dem Spenderbereich, welcher zuvor mit einer örtlichen Betäubung versehen wurde. Als sich manuelle Transplantatentnahmen etablierten, zeigten sich jedoch große Unterschiede in der Funktionalität der „punches“ (Hohlnadeln) zum manuellen Gebrauch, so dass sich viele Haarchirurgen lieber weiterhin auf ihre eigenen Fähigkeiten verlassen haben. Da diese Methode sehr zeitaufwändig ist, erlaubte eine reguläre Sitzung (ein Behandlungstag) auch lediglich die Entnahme und anschließende Implantation von um die 1.000-2.000 Grafts (Transplantaten).

Motor- und computergestützte Hohlnadeln (punches) bzw. Mikromotoren wie das automatisierte, motorisierte und elektronische gestützte PCID FUE Entnahmegerät können die Extraktionsrate deutlich steigern, arbeiten dabei exakt und präzise und gewährleisten darüber hinaus auch einen schnelleren und größeren Gewinn an Transplantaten.